Mein erster Besuch auf dem BarCamp Pforzheim

Die coolsten Erlebnisse entstehen bei mir meist aus einem spontanen Impuls heraus. Genauso ging es mir auch letzten Samstag, als ich mich plötzlich zum ersten Mal auf dem BarCamp Pforzheim wiederfand, das auch dieses Jahr wieder von synyx gesponsert wurde. Den Freitag hatte ich leider verpasst, aber offensichtlich hat mir ein Tag auf dem BarCamp bereits ausgereicht, um mich auch heute noch wie berauscht zu fühlen von all den Eindrücken, spannenden Unterhaltungen und interessanten Menschen.

Was ist so ein BarCamp eigentlich?

Ein BarCamp hat kein festes Programm, sondern lebt von den Teilnehmenden. Zeitslots und Räume geben zwar einen Rahmen vor, aber wie diese gefüllt werden, hängt völlig von den Teilnehmenden ab.

Nach einem leckeren Frühstück („Endlich Kaffee!“) zum ersten Eingrooven in der tollen Location ging es um 10 Uhr los mit einer kurzen Einführung inklusive Vorstellungsrunde aller Teilnehmenden – es durften nur Name, drei Hashtags und Twitter-Handle genannt werden.

Und dann begann auch schon die Sessionplanung für den Tag.

Wie man sich das vorstellen kann? Ganz viele motivierte Menschen springen plötzlich von ihren Plätzen auf und eilen zu einer wachsenden Schlange ans Mikrofon, um ihre Session-Idee vorzustellen. Bei genügend Handzeichen („Wer hat Lust?“) wird die Session einem Zeitslot und Raum zugeordnet. Tatsächlich wurden so viele Vorschläge eingereicht, dass ein zusätzlicher Zeitslot, nämlich die Mittagspause, ebenfalls noch mit Sessions gefüllt wurde.

Eine Session muss übrigens kein Frontalvortrag sein, sondern kann auch ein Mitmach-Workshop oder einfach eine lockere Austauschrunde zu einer bestimmten Fragestellung sein.

Ganz schön schwer, sich zu entscheiden.

Man kann es sich vielleicht schon denken: Das dabei entstandene Programm war wirklich sehr vielseitig. Das bunt gemischte Publikum war es auch, was mir am BarCamp besonders gefallen hat. Menschen unterschiedlichen Alters und beruflicher Hintergründe – von Techie bis Physiotherapeut, Illustrator oder Goldschmied –genau diese bunte Mischung hat meiner Meinung nach den spannenden Austausch ausgemacht.

Nicht nur die Vielseitigkeit der Themen, auch die Tatsache, dass zu jedem Zeitslot fünf(!) Sessions parallel liefen, hat es manchmal ganz schön schwer gemacht, sich zu entscheiden. Um eine Vorstellung zu bekommen, was für Sessions so geboten wurden, hier ein kleiner Einblick in die Sessions, die ich besucht habe.

Eine Session jagt die nächste.

Die erste Session, an der ich teilnahm, drehte sich um das Thema „Alphatiere und artgerechte Mitarbeiterhaltung“, in der sich über die Zusammenarbeit zwischen Alphatieren und der Generation Y ausgetauscht wurde. Danach folgte eine ruhige, fast meditative Phase der Selbstreflexion in der Session „Dein Leben in einem kurzen Satz mit dem Inspirationsstatement“, die noch immer in mir nachwirkt.

Sehr gerne wäre ich im Mittagspause-Slot in die Session „Agile Family“, bei der es darum ging, wie ein Kanban-Board sich positiv auf den Haussegen auswirken kann, aber mein Bauch knurrte leider zu sehr. Also hieß es für mich erst einmal: Essen fassen! Trotz leichtem Fresskoma nach dem guten Essen, das es neben der Getränkeversorgung übrigens auch all inclusive gab, fühlte ich mich gestärkt und bereit für die Nachmittagssessions.

Die Themen „Bitcoin“, „Hörbuch mit Musik“ und „Selbstbestimmtes Sterben“ lockten mich nicht so sehr, also führte ich mir eine teilweise fast philosophische Session „Künstliche Intelligenz“ zu Gemüte, die mir interessante Konzepte zu Intelligenz näher brachte. Trotz allem war mein Energielevel um 15 Uhr dann etwas arg weit unten. Um nicht zu riskieren, den Rest des BarCamps zu verschlafen, entschied ich mich spontan lieber gegen die Session „Entspannungsmethoden“ und nahm stattdessen an einer lebhaften Austauschrunde zum Thema „Macht mehr Komplimente“ teil.

Schnell noch dem Sessionverantwortlichen ein Kompliment ausgesprochen und dann ab in die spannende Session „Systemisches Konsensieren“, die vorbeiging wie im Flug.

Zack, schon brach die letzte Session an – „Oh, wir sind ja jetzt dran.“ – in der wir über unsere Open Source Urlaubsverwaltung plauderten und uns wertvolle Gedanken außerhalb unserer Techie-Blase einholen konnten.

Die Session nach den Sessions.

Doch nach der letzten Session und einem kurzen Abschluss war es noch lange nicht vorbei. Denn die Session nach den Sessions ging noch eine ganze Weile in der Kneipe nebenan weiter und bot die Gelegenheit zu weiteren spannenden Austauschrunden.

Noch mehr Einblick?

Hier findet sich der komplette Sessionplan der zwei Tage. Mehr Eindrücke und Photos lassen sich beispielsweise auf dem Twitter-Account des BarCamp Pforzheim finden.

Nach dem BarCamp ist vor dem BarCamp.

Der Termin für nächstes Jahr steht bereits fest: 25. und 26. September 2020.
In meinem Kalender sind die beiden Tage bereits markiert. Ich kann es wirklich nur wärmstens empfehlen. Also schnell eintragen, nur noch 359 Tage 😉