Ist das jetzt Urlaub oder Arbeit?! – Ein typischer Tag auf der JCrete

Zuallererst möchte ich mich bedanken:

  • Bei der synyx: für ein modernes, eigenverantwortliches Weiterbildungskonzept, das es mir ermöglicht ohne große Diskussionen an so einer Veranstaltung teilzunehmen!
  • Bei den Disorganizern der JCrete: dafür, dass ich dabei sein durfte!
  • Bei meinen Kindern: weil sie so super mitgemacht haben und nicht verloren gegangen sind!
  • Bei meiner Frau: weil sie darauf vertraut hat, dass mir die Kinder nicht verloren gehen! 😉
jCrete: Dinner mit Meerblick

Wenn man als Unterkunft eins der Zimmer in der OAC (Orthodox Academy of Crete ) gebucht hat, wacht man jeden Morgen mit einer gigantischen Aussicht direkt aufs Meer auf. Die allgegenwärtigen Zikaden schlafen noch und man hört das Meer rauschen. Um 6:30 warten auf dem Hof vor dem Zimmer die zwei Läufergruppen. Egal bei wie viel Raki und Bier man den Abend zuvor über die Java-Welt philosophiert hat, Frühsport muss sein. Eine schnelle Gruppe mit 5er Schnitt und eine gemütliche Gruppe mit 7-8er Schnitt erklimmt die Hügel hinter der Akademie. Danach kann man direkt ins Meer springen und sich abkühlen.

Ich habe diesmal Kinder dabei und schaue den Läufern vom Balkon aus zu. 😉

Beim Frühstück sitze ich mit zum Teil mir unbekannten oder halt auch sehr prominenten Menschen aus der Java Community zusammen. Schon vor dem ersten Schluck Kaffe entwickeln sich coole Diskussionen. Kurz noch Brötchen für die Kinder auf dem Zimmer schmieren und dann geht’s schon los mit Konferenzprogramm.

jCrete: Beach-Programm-Slot

In die erste Session „Rust for Java Programmers“ stolpere ich mehr aus Zufall. Da ich eh mal was über Rust lernen wollte, bleibe ich sitzen und lerne von Alex Snaps und Ben Harper einiges über die Programmiersprache von Mozilla. Speichersicherheit und Performance spielen eine große Rolle. Was ich mitnehme: Rust kann und sollte man für Dinge einsetzen, die man sonst in C oder C++ schreiben würde. Also nah an der Hardware oder absolut Performance-kritisch. Für die Entwicklung von Webapplikationen oder Services gibt es aber geeignetere Sprachen.

In der Pause inhaliere ich zwei Becher Kaffe und schaue nach den Kindern. Die spielen inzwischen mit Kindern der anderen Teilnehmern auf dem Hof zwischen den beiden Hauptgebäuden und überwinden dabei jegliche Sprachbarrieren.

Die zweite Session findet in der großen Halle statt. Marcus Hirt stellt Java Mission Control und Flight Recorder vor. Wir diskutieren die gemachten Erfahrungen sowie die Stärken und Schwächen der beiden Tools. Spannede und für mich neue Info war, dass beide Tools ab OpenJDK 11 Opensource und damit frei nutzbar sind. Das sind IMHO großartige Neuigkeiten und bieten für uns viele neue Möglichkeiten zur Überwachung und Analyse unserer Produktiv-Applikationen. Zumindest sofern sie schon auf JDK 11 laufen. Es gab allerdings auch Andeutungen, dass ein Downport für OpenJDK 8 in Arbeit ist.

In der Pause wieder Kaffe, kurze Gespräche mit anderen Teilnehmern und Durchzählen der Kinder. 1 .. 2, alle noch da und nicht verhungert.

Die dritte Session dreht sich um das Testen von Microservices. Das war bereits im letzten Jahr ein großes Thema. Es wird lebhaft über die Testpyramide und den Aufwand, den man in unterschiedliche Arten von Tests stecken muss oder will, diskutiert. Viele Teams, die größere Microservice Projekte umsetzen, scheinen stark mit dem „ich fahre gerade mal alles auf meinem Minikube hoch und teste dann“ zu kämpfen. Es ist einfach ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Ich erzähle ein wenig, wie wir bei unserem Kunden Contargo entwickeln: SCS anstatt Microservices, bewusster Schnitt der Kontexte und lose Kopplung zwischen diesen. Viele Probleme, die diskutiert werden, ergeben sich überhaupt nicht für uns. Der richtige Schnitt der Kontexte kann so viel Arbeit sparen!

Nach den Sessions treffen wir uns nochmal alle in der großen Halle und wir sprechen das restliche Tagesprogramm aka Ausflüge durch. Ich sammle meine Kinder ein und es geht los Richtung Mittagessen.

Foodporn bei der jCrete

Das Mittagsessen findet wie jeden Tag auf der großen, mit Segeltuch überspannten Dachterrasse der Akademie statt. Es gibt überwiegend vegetarische, super leckere Spezialitäten aus Kreta. Wer will, kann sich griechischen Wein genehmigen. 😉 Während meine Kinder über das griechische Essen jammern und lieber den Nachtisch-Kuchen als Hauptmahlzeit nehmen, diskutiere ich mit Sébastien Blanc, dem DevRel-Menschen aus dem Keycloak Team, über die Erfahrungen, die wir bei synyx und unseren Kunden mit Keycloak machen.

Foodtester Vivian war begeistert!

Den Nachmittag verbringen wir in einem Wasserpark in der Nähe von Chania. Da meine Kinder gerne Wasserrutschen rutschen, war das auf jeden Fall ein Pflichttermin. Auch andere Teilnehmer hatten sich hier mit ihren Kindern eingefunden. Fotos gibt es keine, weil ich alle Hände damit zu tun hatte, dass die Kinder nicht verloren gehen oder ertrinken. Am Abend hatten die Disorganizers zwei Tavernen für alle Teilnehmer reserviert. Die Panorama Tavern in Falassarna und die 1960 Fish Tavern in Kissamos. Wir haben die Fisch-Taverne in Kissamos gewählt und haben uns in einem dreistündigen Seafood/Veggie DoS-Angriff wiedergefunden. Gegen 23 Uhr war der Tag dann vorbei. Genug erlebt.

So, das war nun nur einer von insgesamt 5 Konferenz-Tagen. 😉 Zum Abschluss noch ein Video der JCrete vom letzten Jahr. Dort hatte uns ein Profi-Filmteam begleitet und super Aufnahmen gemacht.

Heinz und Kirk erklären, wie die JCrete geboren wurde und was diese Unconference so besonders macht.