PRESSE

Auch kleine Dinge ergeben etwas Großes

Corporate Social Responsibility im Mittelstand

Managergehälter, Finanzkrise, Steuerhinterziehungen, Kinderarbeit, drohende Klimakatastrophe, die Welt verändert sich. Und manchmal hat man das Gefühl, sie gerät gerade aus den Fugen. Die Politik kann dabei nicht alles richten. Hier müssen auch Unternehmen Verantwortung übernehmen. Corporate Social Responsibility heißt das auf Neudeutsch. Und die muss nicht großen Konzernen vorbehalten sein. Auch kleine und mittelständische Unternehmen können ihren Beitrag für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung leisten.

Bei Corporate Social Responsibility geht es nicht darum, wie Unternehmensgewinne eingesetzt werden. Vielmehr geht es um die Frage, wie Gewinne für die Gesellschaft verträglich erwirtschaftet werden können. Dazu sind Unternehmen nicht nur als ökonomische sondern auch als moralische Akteure gefragt. Ein Unternehmen sollte darum eine Wirtschaftsethik für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit verfolgen.

Soft Laws werden diese Steuerungsmechanismen genannt, die auf Selbstverpflichtungen von Unternehmen basieren. Die synyx GmbH & Co. KG ist eine Karlsruher Open Source Schmiede mit derzeit 43 Mitarbeitern. Dort hat man sich die gesellschaftliche Verantwortung zu Herzengenommen. „Als mittelständisches Unternehmen können wir die Welt nicht retten, aber wir können einen Beitrag leisten, dass sie etwas besser wird”, erklärt Katja Arrasz-Schepanski, zuständig für Marketing Communications. „Als IT-Unternehmen lässt sich ein hoher Stromverbrauch leider nicht vermeiden. Um dennoch die Umwelt zu schonen, beziehen wir zu 100% Ökostrom”, erklärt sie. Dieser ökologische Gedanke wird auch bei der Auswahl von anderen Lieferanten verfolgt. Synyx ordert nur faire Produkte, ob Werbemittel, Kleidung, Geschenke oder Büromaterial. Auch bei der Getränkeauswahl spiegelt sich der Solidaritätsgedanke wieder. Der Kaffee wird bei synyx von der Café Libertad Kollektiv e.G. bezogen, welche die indigene Bevölkerung in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos unterstützt. Wasser bezieht man über die Organisation Viva con Agua, die sich für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und sanitärer Verhältisse in Entwicklungsländern einsetzt. In diese Richtung geht auch das Engagement des Unternehmens bei der Non-ProfitOrganisation Kiva, die über das Internet Mikrokredite an Kleinbetriebe und Einzelpersonen in armen Ländern verleiht. Dazu wurde bei synyx die Scrum-Fail-Kasse eingeführt, in die "Zuspätkommer" bei den Daily Scrums einen gewissen Betrag einzahlen. Aus dieser Kasse werden per Mikrokredit Menschen in Entwicklungsländern beim Aufbau einer Existenz unterstützt.

Bei der Unternehmensverantwortung achtet synyx auch auf soziale Verträglichkeit. Die Work-Life-Balance ist dort keine Worthülse. Jedem Mitarbeiter stehen dreißig Tage Urlaub zu, Arbeitszeiten können flexibel und familienfreundlich gestaltet werden. Darüber hinaus wird jeder Mitarbeiter mit einem jährlichen Weiterbildungsbudget von 2000 Euro gefördert.

Ganz klare moralische Vorstellungen hat man auch, was die Kundenstruktur angeht. „Für unsere Kunden tun wir alles. Aber die Partnerschaft muss auch passen. Noch in der Gründungsphase von synyx vor über zehn Jahren haben wir unseren Kodex aufgestellt. Wir werden beispielsweise nie für ein Rüstungsunternehmen arbeiten. Daran haben wir uns gehalten und das wird auch in Zukunft so sein. Auch hier haben wir Ansprüche an Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung”, stellt CEO Thomas Kraft klar.